Ab und an schaue ich nach, was meine ehemalige Partei, die PBC denn so macht und da lese ich mit müden Augen folgenden Text auf www.pbc.de:
Krieg in Sicht? Israel, Iran und die Bombe
vom 24.04.2012
Dr. Jay Rawlings und sein Sohn David nehmen Stellung zu der aktuellen politischen Situation und der Unruhe im Nahen Osten – im Licht biblischer Prophetie.
Wow, das ist schon die dritte öffentliche Stellungnahme dieses Jahr…
Die erste war vom 6.3. und kommentierte den Rücktritt von Wulff und die Wahl von Gauck zum Bundespräsidenten, ein kurzer Text, der diesen Themenkomplex nur anreißt, ohne in die Tiefe zu gehen.
Am 21.3. wurde die Ausgabe 1/2012 der Parteizeitung veröffentlicht, rund eine Woche vor Quartalsende.
Und jetzt? Kriege und Kriegsgerüchte, Nahost, Iran, Israel und die Atombombe. (Wessen Bombe eigentlich, die iranische, die angeblich im Bau ist, oder die israelische, die es schon rund 150x gibt?)
Beim näheren Hinklicken entpuppt sich die Meldung leider nicht als fundierte Stellungnahme, sondern als schnöde Einladung zu einer Veranstaltung am anderen Ende der Republik. Es steht auch nur das Plakat da, kein Inhalt, nur Schlagworte und Termin. Man fragt sich, wie sich so etwas auf die Bundeswebseite einer Partei verirrt. Im Grunde unterstreicht es in dieser Form nur den Mangel an ordentlicher Öffentlichkeitsarbeit.
Beim dritten Blick erkennt man dann auch noch, dass es sich noch nicht einmal um eine Veranstaltung der PBC handelt. Oh my God. Ihr könnt immer noch nur Israel, und das noch nicht einmal selbst?
Keine Stellungnahme zum rasanten Aufstieg der Piratenpartei, die sich anschickt, die Grünen zu überholen. Kein Wort zum Niedergang der einst ehrwürdigen und staatstragenden FastDreiProzent-Partei. Kein Nachsinnen, was das für die seit 20 Jahren geltende deutsche Koalitionsmathematik bedeutet. Kein Plan, wie da eine konsequent christliche Partei noch hineinpasst. Und dementsprechend auch kein Konzept für Neuwahlen auf Bundesebene, obwohl es in der Koalition in Berlin so sehr kracht, dass man inzwischen offen über Neuwahlen spekuliert? Nichts, null, nada.
Aber Israel bewegt Euch, offenbar so sehr, dass Ihr Euch mit der politischen Lage Deutschlands gar nicht mehr befassen müsst? Und selbst da habt Ihr das outgesourct und ladet nur zu einer Veranstaltung ein, die ihr noch nicht mal organisiert habt!
Hauptsache, man nimmt “im Lichte biblischer Prophetie” Stellung zum Iran und dessen angeblichem Atombombenprogramm. Bevor man bei den Mullahs die Bombe vermutete, war Iran kein Thema für Prophetiespekulanten. Als ich Mitte der Achziger zum Glauben gekommen war, spekulierten Christen über Israel, die Sowjetunion und die Bombe. Was ist davon geblieben? Leider nicht die Erkenntnis, sich zumindest als Partei nicht auf das Glatteis der Prophetieauslegung zu begeben.
Freut Euch, dass Ihr als PBC bisher unter dem Radarschirm der Medienbeobachtung fliegt. Wenn man sich mal anschaut, wie die Medien gerade auf den Piraten rumhacken, weil sie angeblich kein Programm haben, dann mag man sich gar nicht vorstellen, wie Ihr dastehen würdet, wenn die Medien plötzlich von Euch konkrete Stellungnahmen zur deutschen Politik fordern.
Es gäbe so viele Themen, mit denen man fundierte Öffentlichkeitsarbeit üben könnte. Wann fangt Ihr damit an?
Heiko Evermann
April 2012
Bildnachweis: vielen Dank an By i_hate_sult (http://www.webcitation.org/5zQfwo653) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

In der Tat haben die PBC Leute ausser Ideologie, die oft genug auch noch am Wort Gottes vorbeigeht nichts zu bieten. Seit über 20 Jahren träumt man dort von Regierungsbeteiligung, weist auf Erfolge in Schweden hin und dümpelt Jahr für Jahr mit einem Erfolg von maximal 0,1% Wählerstimmen vor sich hin. Als ich auf einem Landesparteitag fragte, wo denn in der PBC Arbeit das christliche Profil abgeblieben sei, mit der die Partei einmal angefangen hat, wurde mir gesagt, man wolle nicht Mission treiben, sondern Politik machen. Auf einem anderen Parteitag erklärte ein Vorstandmitglied vor einigen Jahren: Sollte sich durch die PBC jemand bekehren, dann ist das ein “Abfallprodukt unserer politschen Arbeit.” Es wird viel geschwätzt in der PBC, gleichzeitig kommt man den notwendigsten Aufgaben nicht nach, weil man dann ja wohl arbeiten müsste. So wird die PBC zur Landtagswahl in NRW erst garnicht zugelassen, weil man es im größten Bundesland nicht hinbekommen hat, die notwendigen Unterstützungsunterschriften zu bekommen. Das hat sogar die Abspaltung “Auf – Partei” geschafft, aber in der PBC hat man offenbar noch immer die Vorstellung, man könne demnächst mitregieren, weil Gott den Erfolg ohne eigenes Zutun vom Himmel schmeisst. Aus meiner Sicht hat diese Partei inzwischen Null Existenzberechtigung, und jede Stimme für die dort angestrebte irre Politik ist vergeudet. So habe ich vor einiger zeit im Fernsehen in einem Wahlkampf ein Interview mit einem PBCler gesehen, der nach der Steuerpolitik aus PBC Sicht gefragt wurde. Der guckte ein paarmal sehr merkwürdig in die Runde und antwortete ohne die Frage verstanden zu haben: “10% für alle.” Für was manche theologischen Auffassungen gelegentlich herhalten müssen, dass wäre eigentlich eine Lachnummer, wenn es nicht so traurig wäre. Mir tut inzwischen jede Stunde leid, die ich einmal für die PBC investiert habe.
Herzliche Grüße
Rolf Wiesenhütter
Ich hoffe dass mit der Fusionierung von PBC und AUF sich auch die Öffentlichkeitsarbeit weiterentwickelt. Weder Inhalt noch Aufmachung von http://www.pbc.de zeugen davon, dass die PBC ernsthaft in die Landtage und den Bundestag will. Da ist die AUF-Partei schon sichtbar weiter.
Um ganz ehrlich zu sein: Die Fusion von pbc und AUF wird keinen Aufschwung in eine ernstzunehmende “Liga” bewirken. Viele pbc-Mitglieder, wenn sie noch dabei sind, sind enttäuscht, deprimiert, demotiviert. Da gibt es ein echt verbranntes Feld. In der pbc erkenne ich keine Auftriebskräfte mehr. Und die Hälfte der AUF-Leute stammt wohl aus der pbc – mit Erfahrungen, die man in einer Ehe wohl als Altlasten bezeichnen würde. Wie soll es mit diesen Voraussetzungen eine positive Weiterentwicklung geben? Bin gespannt.
Hallo an die Kommentatoren,
danke erst einmal für Eure kritischen Meinungsäußerungen, so soll Demokratie sein, auch im christlichen Bereich. Nur diese Auseinandersetzung bringt uns weiter.
Als aktiver Mitstreiter der AUF-Partei muß ich mich einmal zu Wort melden.
Von den derzeitigen AUF – Mitgliedern stammen etwa 20% aus der PBC und nicht 50%. Die anderen sind entweder ganz neu hinzugekommen (z.B. meine Person) oder aus anderen Parteien zu AUF gewechselt.
Daß die Fusion AUF-PBC nichts bringen wird, kann ich so nicht stehen lassen, erlebe ich doch die PBC-Geschwister inzwischen (u.a. bei uns in Rheinland-Pfalz) ganz anders.
Ja, es ist ein Prozeß großer Umstellungen und einer Neuorientierung, vor allem in der PBC. Deshalb soll die gemeinsame Partei komplett auf neue Füße gestellt werden, jedoch auf einer festen Basis, gegründet auf Gottes Wort.
Die Kritik der mangelnden Öffentlichkeitsarbeit ist uns bekannt und wir arbeiten daran, dies erheblich zu verbessern. Das braucht aber etwas Zeit. Da wir fast ausnamslos ehrenamtlich tätig sind, ist unsere Man- bzw. Women- Power leider begrenzt. Ich kann allerdings aus hautnahem Erleben sagen, es wird (derzeit nach außen noch nicht erkennbar) intern eine sehr gute und hochmotivierte Arbeit geleistet. Die Bundes- und Landesvorstände beider Parteien inkl. weiterer Mitglieder sind wirklich angagiert, Neues auf die Füße zu stellen.
Wenn wir in unserem Land eine dringend erforderliche neue christliche Politik möchten, dann dürfen wir nicht alles von vornherein kaputtreden. Besser wäre es, bei aller berechtigten Kritik doch einmal Vorschläge und Wünsche zu äußern.
Wir möchten als Christen für Deutschland eine wertefundierte Politik für unser Land und seine Bürger gestalten. Nicht nur für Christen, sondern für alle Menschen in unserem Land.
Da bleiben Konflikte nicht aus, da brauchen Mitglieder, die resigniert haben, neue Motivation, da ist es wichtig, daß Menschen sich aktiv als Mitglieder oder Multiplikatoren bzw. Interessenten und Unterstützer einbringen. Die Parteiarbeit wird nur so gut und erfolgreich sein, wie die Summe derer, die mitmachen. Es geht um die Zukunft unseres Landes, unserer Kinder und aller Menschen. Dafür brennt unser Herz.
Keine Sorge, es gibt inzwischen genügend Leute bei AUF und PBC, die Defizite wahrnehmen und Änderungen anstoßen.
Derzeit sind zahlreiche Dinge zu regeln, neu zu organisieren uvm.
Es geht leider nicht im Hau-Ruck-Verfahren, so gerne man das manchmal hätte.
Wir bleiben dran…..
Mario Hofmann
AUF-Partei, Rheinland-Pfalz, Speyer
Gute Reaktion auf viel Kritik. Das klingt nach professioneller Öffentlichkeitsarbeit.
Für mich ist das Entscheidende mich nicht mehr in einer christlichen Splitterpartei zu engagieren, dass dort explizit ein christliches Profil und Selbstverständnis fehlt. Nachdem ich das auf einem Landesparteitag der PBC geäußert und erläutert hatte, wurde mir klar gesagt, es ginge um Politik und nicht um christliche Arbeit. Man legte keinen Wert mehr auf meine aktive Mitarbeit und kam mit Datenschutz um zu verhindern, dass ich mit anderen Mitgliedern Kontakt aufnehmen konnte.
Zumindest die Stellungnahme hier von dem Mutglied der AUF – Partei lässt wiederum nicht erkennen, was in Zukunft an der fusionierten Partei christlich sein soll.