Predigtdienst in der Urgemeinde

Suppenkueche_200pxWie war es in der Urgemeinde, bei den allerersten Christen in Jerusalem. Sind da alle Christen von Haus zu Haus gegangen, um an den Türen zu klingeln und zu predigen? Nein. Schon in der ersten Gemeinde gab es unterschiedliche Gaben und Aufgaben. Man kann dies sehr deutlich in Apostelgeschichte 6 sehen. (Text aus der NWÜ)

6 Als nun in diesen Tagen die Jünger an Zahl zunahmen, entstand ein Murren der griechisch sprechenden Juden gegen die hebräisch sprechenden Juden, weil ihre Witwen bei der täglichen Austeilung übersehen wurden.

Die ersten Christen hatten also eine regelmäßige Versorgung der Witwen begonnen, aber dieser Dienst funktionerte nicht recht. Nun werden die Apostel tätig:

2 Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zu sich und sprachen: „Es gefällt uns nicht, daß wir das Wort Gottes zurückstellen, um [Speise] an Tische auszuteilen. 3 Darum, Brüder, sucht euch aus eurer Mitte sieben Männer aus, die ein [gutes] Zeugnis haben und mit Geist und Weisheit erfüllt sind, damit wir sie über dieses notwendige Geschäft setzen können; 4 wir aber werden uns dem Gebet und dem Dienst am Wort widmen.“

Die Apostel merkten, dass sie nicht alles alleine erledigen konnten. Sie konnten nicht predigen, viel Zeit dem Gebet widmen und gleichzeitig Essen für die Versorgung der Witwen kochen. Die Arbeit in der Gemeinde musste organisiert werden. Der Predigtdienst wurde von den Aposteln übernommen. Die Versorgung der Witwen aber ging auf andere Mitarbeiter über:

5 Und das Wort gefiel der ganzen Menge, und man wählte Stephanus aus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia; 6 und man stellte sie vor die Apostel, und nachdem diese gebetet hatten, legten sie ihnen die Hände auf.

Was war nun die Folge davon, dass einige Christen sich auf das Predigen konzentrierten, und andere auf den praktischen Dienst an den Glaubensgeschwistern;

7 Infolgedessen wuchs das Wort Gottes weiterhin, und die Zahl der Jünger mehrte sich in Jerusalem fortgesetzt sehr; und eine große Menge Priester begann dem Glauben gehorsam zu sein.

Was kann man daraus lernen?

Mission funktioniert besser, wenn jeder seine Gaben erkennt und die dazu passenden Aufgaben übernimmt. Gemeinde wächst damit besser als wenn alle dasselbe machen. Ein paar wenige Christen, die im Predigen richtig gut waren, konnten diesen Dienst vollständig und zu Gottes Zufriedenheit ausfüllen. Andere Christen übernahmen andere Aufgaben, die auch wichtig waren, damit die Gemeinde gedeihen konnte und damit niemand in der Gemeinde in seiner persönlichen Not übersehen wurde.

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