Beitritt zur PBC

Solle es denn unbedingt die PBC sein, ich wusste ja, dass es auch noch andere christliche Parteien gab. So machte ich mich auf die Suche und fand heraus, dass es auch noch die Christliche Mitte gab. Von dieser bestellte ich mir Informationsmaterial. Ich erhielt (drei ältere, aber dafür kostenlose Ausgaben ihres Rundbriefs und eine Reihe von Informationsschriften. Eine weitere christliche Partei (Christliche Liga?) hatte sich aufgelöst. Andere christliche Kleinparteien fand ich damals nicht. Die Zentrumspartei ist mir damals nicht aufgefallen, die AUF gab es noch nicht.

Nach Durchsicht der CM-Unterlagen war ich sehr enttäuscht. Die CM zeichnete sich durch eine erzkatholische Haltung auf. Einer der Flyer setzte sich für die lateinische Messe ein, für eine politische Partei eine merkwürdige Haltung. Frau Dr. Mertensacker kann dies ja gerne fördern oder auch fordern, aber doch bitte nicht im Namen einer Partei als politisches Ziel! Und eine ganze Reihe von Artikeln war so anti-islamisch, dass sie auf mich schon ausländerfeindlich wirkten.

Auch fiel mir auf, dass die CM sich für ein staatlich kontrollierte Zwangsheiligung des Sonntags einsetzt. Für mich als Siebenten-Tags-Adventist ist das ein absolutes KO-Kriterium. Als Adventist kann und will ich aber keine Partei unterstützen, die sich für eine strikte Sonntagsruhe im ganzen Land einsetzt, und die diese dann auch mit der Macht des Gesetzes durchsetzen will. Die „Christliche Mitte“ schied damit für mich aus.

Ich dachte auch kurz über die ÖDP nach, die mir prinzipiell sympatisch erschien. Ein Mitschüler zu Oberstufenzeiten hatte damals für die ÖDP kandidiert und hatte Unterstützungsunterschriften gesammelt. Ich wollte dann aber doch lieber eine explizit christliche Partei unterstützen. Die CDU war mir in dieser Hinsicht zu schwammig und kam für mich auch nicht in Frage.

Das Grundsatzprogramm der PBC fand sich im Internet und ich studierte es auch genau. Insgesamt war das Programm weitgehend in Ordnung, allerdings machten sich ein paar Forderungen schon sehr seltsam. Über die Internetseite erfuhr ich einige Telefonnummern von Vorstandsmitgliedern aus Hamburg und erreichte nach einigem Telefonieren auch eines von ihnen, Thomas Pusch, damals Schatzmeister des Hamburger Landesverbands. Er besuchte uns und wir hatten ein gutes Gespräch über christliche Politik. Auch einige merkwürdige Formulierungen aus dem Parteiprogramm haben wir besprochen. Er teilte meine Einschätzung, dass die Wortwahl unglücklich war.

Nach dieser guten persönlichen Begegnung wurden meine Frau und ich Mitglied.

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