fossile Energiequellen machen abhängig

Der Klimawandel ist in aller Munde. Wir Menschen verursachen Treibhausgase und verändern dadurch unser Klima. Vornan steht CO2, das Kohlendioxid, das durch verbrennen fossiler Brennstoffe entsteht.
Die Folge davon ist globale Erwärmung; nicht viel, aber genug, um die Lebensgrundlage vieler Millionen Menschen zu gefährden.

Zu Lebzeiten meiner Kinder wird der Meeresspiegel voraussichtlich einen halben Meter ansteigen. Wenn die Erwärmung dazu führt, dass der Eispanzer Grönlands schmilzt, werden es sogar 6 Meter! Mich als Flachländer in Hamburg betrifft diese Aussicht persönlich, genauso wie viele Millionen anderer Menschen, die im Flachland wohnen. Ganze Länder werden von der Landkarte verschwinden.

Grund genug, sich als Christ für das Klima einzusetzen.

Neben dem Klima gibt es aber noch andere gute Gründe, die gegen fossile Brennstoffe sprechen.

Abhängigkeit von Importen
Fossile Brennstoffe machen noch immer einen großen Anteil an der deutschen Energieversorgung aus und ein Großteil dieser Brennstoffe wird importiert. Deutschland gibt jedes Jahr über 60 Milliarden Euro für den Import von Öl und Gas aus. Mit den fossilen Brennstoffen jagen wir unser Geld buchstäblich durch den Schornstein!

Der persische Golf, die Tankstelle der Welt
Statt dieses Geld im eigenen Land zu behalten, um neue Technologien zu entwickeln und damit in Deutschland Arbeit zu schaffen, machen wir damit andere Länder reich.
Auf den persischen Golf entfällt ein Drittel des Weltölexports. Saudi-arabische Staatsfonds verwalten über 1400 Milliarden Dollar. Sie könnten damit alle DAX-Unter nehmen aufkaufen und ins Ausland verlagern. Unsere wirtschaftliche Abhängigkeit von diesen Ländern macht uns außenpolitisch handlungsunfähig. Und für diese Fesseln haben wir auch noch viel Geld bezahlt! Besonders nachdenklich stimmt dabei, dass die Länder vom persischen Golf in der Weltrangliste der Christenverfolgung auf den vordersten Plätzen stehen. (siehe www.opendoors-de.org)

Das Öl macht diesen Teil der Welt so wichtig, dass um den persischen Golf in den letzten 20 Jahren drei große Kriege geführt wurden, mit zusammen mehr als einer Million Todesopfern. Die Kosten für diese Kriege sind enorm. Allein der aktuelle Krieg um den Irak (der noch immer nicht beendet ist!) hat die USA nach Berechnungen des US-Wirtschaftswissenschaftlers Joseph E. Stiglitz 3000 Milliarden Dollar gekostet.

Erdgas
Neben dem Erdöl spielt Erdgas für unsere Energieversorgung eine wichtige Rolle. Der Anteil des Erdgases soll sogar noch stark steigen,. weil dessen CO2-Bilanz besser ist als die von Kohlekraftwerken. Aber rund ein Viertel der Welterdgasproduktion läuft über den russischen Staatskonzern Gazprom. Russland hat in den vergangenen Jahren mehr als einmal anderen Ländern den Gashahn zugedreht, um höhere Preise durchzusetzen. Dass andere, unbeteiligte Länder dadurch auch kein Gas mehr bekamen, das interessierte nicht. Auch so eine Abhängigkeit ist nicht in unserem Interesse.

Was ist zu tun?
Zunächst ist der Wille zum Ausstieg nötig. Das wird nicht von heute auf morgen gelingen. Wir können nicht von heute auf morgen alle Autos stehen lassen. Aber wir müssen Wege suchen, diese Abhängigkeit von Öl und Gas gezielt und deutlich zu verringern. Dazu gehören:
1. Die Politik muss alternative und ökologische Energien konsequenter als bisher fördern.
2. Maßnahmen, die zur Reduktion des Energieverbrauches führen, müssen deutlicher gefördert werden. Einfach zu realisieren sind z.B.: bessere Dämmung der Wohnhäuser, und spritsparende Autos und der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel, gerade in den Großstädten.
3.Wer Energie spart und/oder ökologische Energien nutzt, muss belohnt werden.
4. Ganz wichtig ist auch die Entwicklung neuer Speichertechniken, um Ökostrom auch dann nutzen zu können, wenn gerade kein Wind weht oder die Sonne gerade nicht scheint.
Von Deutschland, einem der technologisch führenden Länder der Welt, also von uns allen, erwarte ich, dass wir in der Lage sind, uns diesen Herausforderungen zu stellen.

Was passiert, wenn wir das nicht tun? Wenn wir so weitermachen wie bisher? Einen kleinen Vorgeschmack darauf, was dann passieren könnte, haben wir mit den Ölpreisen von 2008 schon bekommen.
Zu einem zügigen Ausbau von alternativen Energiequellen gibt es daher meiner Meinung nach überhaupt keine Alternative. Die bisherigen Programme in Deutschland reichen mir nicht aus.
Jedes Windrad, jede Solarzelle ist eine kleine Unabhängigkeitserklärung: Unabhängigkeit von Gazprom und Unabhängigkeit von den Scheichs und Mullahs vom persischen Golf.

Heiko Evermann

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