Gibt es heute noch Sadduzäer?


Wer waren die Sadduzäer? Der Name ist dir wahrscheinlich aus der Bibel bekannt. Aber wer waren die Sadduzäer? Was haben sie geglaubt? Und was hat das mit uns heute zu tun? Gibt es noch heute Sadduzäer und wenn ja wo?
Und wie können wir Sadduzäern helfen, Jesus zu erkennen?

Der zweifache Sauerteig

Wir schauen uns gleich Matthäus 16 an, wo es um die Sadduzäer geht. Aber vorher brauchen wir noch den biblischen Zusammenhang. Im vorhergehenden Kapitel 15 hat Jesus Brot gemacht. Jesus hat einer großen Menschenmenge zu essen gegeben, 4000 Menschen. Wieviel ist das eigentlich? Zum Vergleich: Das hier ist die Glaubenshalle in Krelingen. Wir hatten hier schon mehrmals einen gemeinsamen Sabbat der norddeutschen Adventgemeinden. Die Halle hat eine Kapazität von 2000 Personen. Bei Jesus waren es doppelt so viele. Und Jesus hat sie alle satt bekommen. 4000 Leute. Jesus macht satt.

Das Bild zeigt übrigens nur etwa die halbe Halle.


Direkt im Anschluss, in Kapitel 16 ab Vers 1 lesen wir von Menschen, die das nicht verstanden hatten:

Mt 16,1 Und die Pharisäer und Sadduzäer traten herzu, versuchten ihn und verlangten, daß er ihnen ein Zeichen aus dem Himmel zeigen möge.

Moment mal. Wieso die Pharisäer UND die Sadduzäer? Eigentlich konnten diese beiden Gruppen gar nicht so gut miteinander. Aber hier treten sie gemeinsam auf, um Jesus herauszufordern.

16,2 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Am Abend sagt ihr: Es wird schön, denn der Himmel ist rot! 3 und am Morgen: Heute kommt ein Ungewitter, denn der Himmel ist rot und trübe! Ihr Heuchler, das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen, die Zeichen der Zeit aber nicht!

Auf den ersten Blick klingt das merkwürdig. Morgenrot und Abendrot – was ist der Unterschied? Ich weiß nicht, wie du das machst, aber wenn ich einen Bibelvers seltsam finde, dann recherchiere ich das. Und ich habe herausgefunden: Es stimmt noch heute. Mir ist das wichtig, denn es zeigt mir, dass die Bibel auch in Randbemerkungen verlässlich ist. Und deswegen möchte ich das kurz erklären.

Wenn es dich interessiert: Details stehen in der englischen Wikipedia unter https://en.wikipedia.org/wiki/Red_sky_at_morning

Wie funktioniert Abendrot: Die Sonne steht tief. Die Lichtstrahlen haben einen langen Weg durch die Atmosphäre und die Atmosphäre filtert die Farben. Das Blau wird reduziert und das Rot kommt gut durch. Die Sonne erscheint rot. Es sei denn, da sind Wolken zwischen dir und der Sonne. Abendrot heißt also: du kannst weit durch die Atmosphäre gucken und es sind keine Wolken da. Zwischen dir und der Sonne ist ein Hochdruckgebiet. Immer dann, wenn du das Abendrot gut sehen kannst, ist zwischen dir und der Sonne ein Hochdruckgebiet. Das gleiche gilt auch für das Morgenrot.

Das war der Schritt 1. Wir haben es schon halb geschafft.

Schritt 2:

Hochdruckgebiete und Tiefdruckgebiete wechseln sich ab. Und sie wandern, von West nach Ost. Das kennst du: Sturmtiefs kommen von Westen.

Jetzt betrachten wir Israel: Sonnenuntergang ist im Westen. Abendrot heißt: westlich von dir, über dem Mittelmeer, ist Hochdruck. Das zieht nach Osten zu dir hin. Das ist morgen bei dir, morgen ist schönes Wetter.

Im Gegensatz dazu: Sonnenaufgang im Osten. Morgenrot heißt: östlich von dir, über Jordanien, ist Hochdruck. Hochdruckgebiete und Tiefdruckgebiete wechseln sich ab. Dann kommt von Westen als nächstes Tiefdruck nach und damit schlechtes Wetter.

Genau das hatte Jesus gesagt: Abendrot bedeutet schönes Wetter am Folgetag. Morgenrot bedeutet schlechtes Wetter.

Die Menschen damals wussten, was Morgenrot und Abendrot in ihrer Gegend und in ihrem Klima bedeutet. Die Pharisäer und Sadduzäer konnten das auseinanderhalten. Aber Jesus sagt: mit der geistlichen Einsicht, da stimmt was nicht. Ihr Pharisäer und ihr Sadduzäer, die ihr euch für geistliche Experten haltet, Euch fehlt die Einsicht.

16,4 Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona! Und er verließ sie und ging davon.

Ein Zeichen wollten die haben. Was ist das für eine Forderung? Hätten die Sadduzäer oder die Pharisäer das selber gekonnt, so ein Zeichen? Oder wollten die nur sich selbst beweisen, dass auch Jesus das nicht konnte?

Aber: Jesus konnte Zeichen. Im Johannesevangelium sind mehrere Wunder aufgeführt, die dort ausdrücklich Zeichen genannt werden. Johannes 2,11: Hochzeit zu Kana. Jesus hat Wasser in Wein verwandelt. Und Joh 2,11 nennt dieses Wunder ausdrücklich ein „Zeichen“.

Aber für die Pharisäer und die Sadduzäer gab es keines. (Oder um es mal mit GNTM zu formulieren: ich habe heute kein Foto für euch.) Jesus verweigert sich der Forderung nach Zeichen. Jesus macht nicht das, was die Pharisäer und die Sadduzäer wollen. Und das hatte einen Grund.

Wir lesen weiter

Mt 16,5 Als seine Jünger ans jenseitige Ufer kamen, hatten sie vergessen, Brot mitzunehmen. 6 Jesus aber sprach zu ihnen: Habt acht und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer! 7 Da machten sie sich untereinander Gedanken und sagten: Weil wir kein Brot mitgenommen haben! 8 Als es aber Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, was macht ihr euch Gedanken darüber, daß ihr kein Brot mitgenommen habt? 9 Versteht ihr noch nicht, und denkt ihr nicht an die fünf Brote für die Fünftausend, und wie viele Körbe ihr da aufgehoben habt? 10 Auch nicht an die sieben Brote für die Viertausend, und wie viele Körbe ihr da aufgehoben habt? 11 Warum versteht ihr denn nicht, daß ich euch nicht wegen des Brotes gesagt habe, daß ihr euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer hüten solltet? 12 Da sahen sie ein, daß er nicht gesagt hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.

Hütet euch vor dem Sauerteig

Warum ist dieser Text in der Bibel? Alles das, was in der Bibel steht, ist wichtig. Das mit dem Sauerteig und den Pharisäern und den Sadduzäern muss für Gott so wichtig gewesen sein, dass es in die Bibel gekommen ist.

Was könnte der Grund sein? – Der Grund ist: beides gibt es bis heute. Es gibt bis heute Sadduzäer und Pharisäer.

Hütet euch vor diesem Sauerteig. Es geht um Lehre. Jesus sagt, die Lehre der Pharisäer und die Lehre der Sadduzäer, die sind wie Sauerteig. Ein kleines Tütchen mit Trockenhefe, nicht viel mehr als ein Esslöffel und dazu ein ganzes Paket Mehl. Und das durchsäuert den ganzen Teig. Und so ist es auch mit dieser Lehre der Sadduzäer. Sie breitet sich aus – von Person zu Person, von Gemeinde zu Gemeinde und am Ende sogar von Kirche zu Kirche. Und sie zerstört.

Was haben diese beiden Lehren gemeinsam? Beide produzieren kein geistliches Brot. Die Lehre der Pharisäer und die Lehre der Sadduzäer, die machen beide nicht satt.

Aber Jesus macht satt: Joh 6,35:

6,35 Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens: Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nimmermehr dürsten.

Über die Pharisäer wird oft diskutiert. Aber vielleicht nicht so viel über die Sadduzäer. Deswegen schauen wir uns jetzt Sadduzäer näher an. Wir werden sehen, dass heutzutage die Sadduzäer mit weitem Abstand das größere Problem sind.

Der Sauerteig der Sadduzäer

Wer also waren die Sadduzäer? Der wichtigste Text über die Lehren der Sadduzäer steht in der Apostelgeschichte, Kapitel 23: Paulus hatte Stress mit dem Hohen Rat, mit dem Sanhedrin. Man hatte Paulus im Tempel verhaftet.

Apg 23,6ff Da aber Paulus wußte, daß der eine Teil aus Sadduzäern, der andere aus Pharisäern bestand, rief er in die Ratsversammlung hinein: Ihr Männer und Brüder, ich bin ein Pharisäer und der Sohn eines Pharisäers; wegen der Hoffnung auf die Auferstehung der Toten werde ich gerichtet!
7 Als er aber dies sagte, entstand ein Streit zwischen den Pharisäern und den Sadduzäern, und die Versammlung spaltete sich. 8 Die Sadduzäer sagen nämlich, es gebe keine Auferstehung, auch weder Engel noch Geist; die Pharisäer aber bekennen sich zu beidem.

Das war ein schlauer Schachzug von Paulus. Plötzlich war Paulus uninteressant. Ich versuche mal, mir das vorzustellen. Paulus spricht von Auferstehung. Und ein Sadduzäer aus der dritten Reihe lacht und ruft in die Runde und sagt: hahaha, die Auferstehung gibt es doch gar nicht. Und auf der anderen Seite des Saals ruft ein Pharisäer und sagt: moooment mal. Was erzählst du für einen Unsinn. Wir sind hier der Hohe Rat. Und natürlich gibt es die Auferstehung der Toten.

9 Es entstand aber ein großes Geschrei, und die Schriftgelehrten von der Partei der Pharisäer standen auf, stritten heftig und sprachen: Wir finden nichts Böses an diesem Menschen; wenn aber ein Geist zu ihm geredet hat oder ein Engel, so wollen wir nicht gegen Gott kämpfen! 10 Da aber ein großer Aufruhr entstand, befürchtete der Befehlshaber, Paulus könnte von ihnen zerrissen werden, und er befahl der Truppe, herabzukommen und ihn rasch aus ihrer Mitte herauszuführen und in die Kaserne zu bringen.

Da können wir etwas über die Sadduzäer erfahren.

Die Sadduzäer glaubten nicht an die Auferstehung. Sie glaubten nicht an Engel und auch nicht an den Geist. An welchen Geist? (Das Wort steht in Apg 23 im Singular. Manche Bibelübersetzungen machen daraus Mehrzahl: Geister, richtig ist aber die Einzahl: Geist.) Für mich heißt das in erster Linie: Sie glaubten nicht an den Heiligen Geist. Sie glaubten nicht, dass Gott in dieser Welt irgend etwas bewegt. Dazu gibt es auch zeitgenössische Darstellungen aus der Zeit von Jesus.

Kulturchristen

Was entspricht heutzutage den Sadduzäern? Kennst du den Begriff der „Kulturchristen“? https://www.corrigenda.online/trend/kulturchristentum-eine-fragwuerdige-neuentdeckung-des-christentums

Anton Grabner-Haider von der Universität Graz

„Kulturchristen schätzten christliche Grundwerte wie Friedens- und Nächstenliebe oder die Solidarität mit den Schwächeren ebenso wie christliche Kulturwerke in Architektur, Literatur oder Musik, … . Lehren der Theologie oder der Amtskirchen – wie die Vorstellung von Himmel und Hölle oder der Erbsünde – lehnten Kulturchristen aber ab.“

Die Sadduzäer waren sozusagen Kulturjuden.

Kulturchristen. Über diesen Begriff möchte ich noch weiter nachdenken. Man hat ein christliches Erbe, das man irgendwie bewahren will, das man aber nur noch verwaltet. Man verwaltet den Mangel. Meine ehemalige Kirche, die lutherische Kirche Schleswig-Holsteins zum Beispiel. In Schleswig-Holstein waren Ende 2025 etwa 35% evangelisch und 5% katholisch.

Der durchschnittliche Gottesdienst wird von nur 2% der Mitglieder besucht. Einer von 50. Schau dir mal deine Kirchengemeinde an. Wenn da nur einer von 50 kommen würde? In meiner (Advent-)Gemeinde ist es in etwa jeder zweite. Es hat nicht jeder immer Zeit. 50% finde ich einen guten Wert. In der lutherischen Kirche ist es deutlich weniger.

Ich will noch einige Beispiele für Sadduzäer nennen:

Die Sadduzäer glaubten nicht an die Auferstehung

Eine Verwandte von mir ist in den 1990ern gestorben, an Krebs. Kurz vor ihrem Tod habe ich sie noch einmal besucht, ich wollte mit ihr über den Glauben an Jesus sprechen. Sie wollte das nicht. Ich war verwundert, denn einige Monate vorher war Taufe, Babytaufe, von ihrem Enkel. Und sie war dabei. Und auch ihr eigenes Kind war in den 1940ern getauft worden. Wie das? Sie erklärte mir: Das ist ganz einfach, hat sie gesagt. Wir haben ein Geschäft. Man erwartet von uns, die Gesellschaft erwartet von uns, dass wir unsere Kinder und unsere Enkel taufen lassen. Aber glauben? Nein. Geglaubt hat sie an all das nicht. Das sagte sie mir ganz offen, und in dem Wissen, dass sie bald sterben würde. Sie glaubte nicht an die Auferstehung. Nicht an die Auferstehung von Jesus und auch nicht an ihre eigene.

Wie kommt so etwas? Das hat Ursachen. Und ich sehe die Ursache davon nicht bei meiner Verwandten, sondern bei den Predigten, die sie in ihrer Kirche hören konnte, wenn sie mal dort war.

Den Sadduzäern war die Bibel nicht wichtig

Noch ein Beispiel: Als meine Frau und ich heirateten, 1998, da war ich schon nicht mehr evangelisch-lutherisch. Ich ging damals zu den Jesus Freaks und hatte erste Kontakte zu den Adventisten. Meine Frau war lutherisch und wollte das auch gerne bleiben. Was tun? Man muss sich ja irgendwie einigen. Und so haben wir uns umgeschaut. Ein Kandidat war die evangelisch-lutherische Gemeinde, zu der wir nach Wohnort gehören würden. Wir sind hin zum Gottesdienst und das war merkwürdig. Der Pastor erzählte lang und breit von einem interreligiösen Gottesdienst, den er kürzlich gefeiert hatte, und zwar zusammen mit einem muslimischen Imam, mit dem er befreundet war. Nun habe ich nichts gegen einen interkonfessionellen Gottesdienst, wenn Christen aus verschiedenen Kirchen zusammenkommen. Aber Gottesdienst mit einer anderen Religion? Das fanden wir doch seltsam.

Es wurde auch zu einem Gemeindecafé eingeladen. Da sind wir dann auch hin, und es ergab sich die Möglichkeit, mit dem Pastor ein paar Worte zu wechseln. Wir fragten, wieso er das denn macht. Das Kreuz ist das Zentrum des christlichen Glaubens. Aber der Islam bestreitet das und behauptet, dass Jesus gar nicht gekreuzigt wurde. Ich fragte diesen Pastor konkret nach Johannesevangelium 14,6:

„Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ Und das sagte ja immerhin Jesus selbst.

Da meinte der Pastor: in der Bibel steht, wir sollen nicht richten, und das wäre wichtiger. Jesus könne daher das, was in Johannes 14,6 steht, überhaupt nicht gesagt haben, und ob wir Christen oder der Islam recht haben, das wüsste man nicht.

Da ist der Kern des christlichen Glaubens verloren gegangen. Und jetzt ratet mal, wie diese Kirchengemeinde hieß. Das war die Christuskirche in Hamburg-Eimsbüttel.

Das ist jetzt über 25 Jahre her. Mittlerweile hat die Gemeinde so viele Mitglieder verloren, dass sie mit VIER anderen Gemeinden aus dem Stadtteil zusammengelegt wurde. Zwei der vier Kirchengebäude wurden komplett aufgegeben. Und heute, im Jahre 2026, machen die immer noch interreligiöse Veranstaltungen mit Muslimen. Die tun so, als sei der Unterschied zwischen Islam und Christentum nicht größer als der zwischen McDonald’s und Burger King.

In der Bibel steht es anders:

1. Kor 1,18: „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft;“

Ähnliche Unterhaltungen habe ich mit Lutheranern oft gehabt.

Und ja: es gibt auch fromme Lutheraner, auch in unserem Freundeskreis. Und auch die machen mit ihrer Kirche immer wieder diese Erfahrungen. Und viele fromme Lutheraner fragen sich: Gehen oder bleiben? Am Ende muss das eigene Gewissen entscheiden, am Ende muss jeder selbst auf Gott hören. Ich für meinen Teil bin jedenfalls froh, dass ich heute zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehöre. Ich bin froh, dass wir an Jesus glauben und dass die Bibel bei uns wichtig ist.

Die Sadduzäer glaubten nicht, dass Gott in dieser Welt etwas bewegt

Die Sadduzäer glaubten nicht an den Geist. Sie glaubten nicht, dass Gottes Geist in dieser Welt irgend etwas verändert. Das ist eine krasse Sache. Wir hatten im Oktober 2025 Jubiläum, Nationalfeiertag, Tag der Deutschen Einheit. Zum 35. Mal.

Kannst du dich noch an die deutsche Teilung erinnern? 1989 ist die innerdeutsche Mauer gefallen. Wie kam es dazu: Open Doors schreibt:

„Im Jahr 1982 begann Open Doors eine siebenjährige Gebetskampagne für die Sowjetunion. Im selben Jahr begannen in der Leipziger Nikolaikirche die wöchentlichen Montagsgebete mit stetig wachsender Teilnehmerzahl. Überall auf der Welt beteten Menschen für das Ende der Unterdrückung durch den Kommunismus. Ein nigerianischer Mitarbeiter von Open Doors erinnert sich: „An unserer Universität gab es damals Gebetstreffen, bei denen wir für den Fall der Mauer gebetet haben.“

Und ich erinnere mich daran, dass ich 1989 eine Landkarte von Deutschland in einer Zeitschrift gefunden habe. Ich wollte ein wenig die Geographie von Deutschland lernen. Ich habe sie in meinem Zimmer an die Pinnwand gehängt. Ich habe da die Grenze gesehen und habe oft gebetet, dass die Grenze verschwindet. Niemand hatte mich dazu aufgefordert. Viele Christen haben damals gebetet, ganz spontan. Und im November 1989 war die Grenze dann weg.

Wir hatten damals eine Jugendgruppe in der lutherischen Kirche. Ein Mitglied unserer Jugendgruppe, Roland hieß er, hatte damals evangelische Theologie studiert. Und er berichtete uns: In einer Vorlesung kam die Grenzöffnung und der Fall des kommunistischen Regimes zur Sprache. Und Roland sagte ganz vorsichtig, ob es nicht vielleicht auch sein könnte, dass die Gebete von Christen einen Beitrag dazu geleistet haben, dass die Grenze gefallen ist. Und Roland sagte uns: daraufhin wären sie alle über ihn hergefallen. Nein, das könne nicht sein, Gott tut so was nicht. Gott greift in der Politik nicht ein.

Sadduzäer. In Deutschland im Herbst 1989. Darum steht das mit dem Sauerteig der Sadduzäer in der Bibel, weil es das auch heute noch gibt. Und was machen diese Mitstudenten heute? Sie sind Pastoren geworden. Sie prägen ihre Gemeinden.

Wir vergleichen das mal mit der Bibel. Das Wissen, dass Gott zu unseren Gunsten in der Welt eingreift, gehört zum Kern des Glaubens.

2 Chr 7. Der Tempel in Jerusalem

12 Da erschien der Herr dem Salomo in der Nacht und sprach zu ihm: »Ich habe dein Gebet erhört und mir diesen Ort zur Opferstätte erwählt. 13 Wenn ich den Himmel verschließe, so daß es nicht regnet, oder den Heuschrecken gebiete, das Land abzufressen, oder wenn ich eine Pest unter mein Volk sende, 14 und mein Volk, über dem mein Name ausgerufen worden ist, demütigt sich, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, so will ich es vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.

Gott hat damals zugesagt, sich um sein Volk zu kümmern. Jedenfalls dann, wenn es zu ihm umkehrt.

Wunderst du dich, dass wir gerade eine Wirtschaftskrise haben in Deutschland? Es sind nur noch 50% der Bürger Christen. Das wichtigste Mittel gegen die ganzen Krisen, die wir gerade haben, wäre eine Umkehr Deutschlands zum Glauben an Jesus.

Wie viele Sadduzäer gibt es in Deutschland?

Mathe hilft, die Welt besser zu verstehen.

  • ⅔ der Lutheraner gehen nur einmal im Jahr in die Kirche, wenn überhaupt. (aus KMU6 der evangelischen Kirche)
  • Das Vertrauen der katholischen Kirchenmitglieder in ihre Kirche ist geringer als das Vertrauen der Katholiken in die Bundesregierung. (Ebenfalls KMU6)
  • nur 15 % der evangelischen Kirchenmitglieder beten täglich (KMU6)
  • Tägliche Bibellektüre ist nur bei 1,6 Prozent der Kirchenmitglieder üblich. 3,2 Prozent gaben an, wöchentlich in der Bibel zu lesen. (Jesus.de)
  • nur 30% der evangelischen Kirchenmitglieder glauben an die leibliche Auferstehung von Jesus. (Link)

Ich möchte unterstreichen: Da wurden Kirchenmitglieder befragt!

Das sind schockierende Zahlen. Was bedeutet das für uns als Adventisten: Als unsere Kirche gegründet wurde, da konnten wir mit anderen Christen über die Bibel reden (Sabbat, Taufe, Wiederkunft). Wir konnten über den Sabbat reden. Wir konnten zeigen: es steht geschrieben.

Christel, eine Schwester aus unserer Gemeinde, ist kürzlich (Oktober 2026) im Alter von über 90 Jahren verstorben. Vor einiger Zeit hatte ich sie mal gefragt, wie sie zu unserer Gemeinde gekommen war. Sie erzählte mir: ihre Familie musste nach dem Krieg aus dem Osten fliehen und fand eine neue Heimat in Schleswig-Holstein. Eine Klassenkameradin war Adventistin. Es ergab sich ein Gespräch über die 10 Gebote. Die Klassenkameradin zeigte in der Bibel die 10 Gebote und zeigte, dass hier vom Sabbat die Rede war und nicht vom Sonntag. Christel meinte, in ihrer Bibel stünde es anders. Die kam nach Hause und erzählte das ihrem Bruder. Beide holten ihre Bibel aus dem Schrank, es stellte sich heraus: es war dieselbe Übersetzung. Auch hier stand in den 10 Geboten der Samstag.

Und heute? Da muss man bei vielen Leuten fast bei 0 anfangen. Auch bei Kirchenmitgliedern.

Wie kannst du einem Sadduzäer helfen?

Gemeinde

Ein Sadduzäer braucht Kontakt zu einer guten, bibeltreuen Gemeinde. Also zum Beispiel zu einer adventistischen Gemeinde. Sadduzäer brauchen Kontakt zu gläubigen Christen. Sie brauchen ein gutes Vorbild von anderen Christen. Christen brauchen den regelmäßigen Kontakt zu einer Gemeinde.

Hebräer 10,25: “Lasst uns nicht unseren Zusammenkünften fernbleiben, wie es einigen zur Gewohnheit geworden ist,”

Was fällt euch beim Vogelzug auf? Der Formationsflug. Formationsflug spart Energie. Wissenschaftler haben das mal nachgerechnet. Formationsflug steigert die mögliche Flugstrecke um bis zu 70%. Christliche Gemeinschaft stärkt den Glauben.

Die Bibel

Sadduzäer brauchen Gottes Wort, die Bibel.

Wenn dein Glaubensleben nicht so ist, wie du es dir denkst: mehr lesen. Die Bibel berichtet hundertfach vom Eingreifen Gottes in dieser Welt. Wenn du denkst, Gott tut nichts, dann lies. Lies, was Gott alles schon getan hat. Das macht Mut.

Jeder Vers der Bibel ist eine Chance, Gottes Willen besser zu verstehen. Es lohnt sich, die Bibel zu lesen. Es lohnt sich, die Bibel zu studieren.

Wenn du denkst, Gott redet nicht persönlich zu dir, dann nimm dir wenigstens Zeit nachzulesen, was er zu anderen geredet hat.

Es lohnt sich, die Zusagen Gottes zu kennen. Danke Gott für die Versprechen, die er gemacht hat. Und beziehe dich darauf. Glaube an Gottes Versprechen. Glaube es. Wenn Gott sagt, dass etwas geht, dann geht das.

Ein Tipp zum Bibellesen. Es gibt diverse Bibelübersetzungen online. Zum Lesen. Und es gibt sie auch auf YouTube zum Anhören. Mir hilft es, den Text nicht nur am Bildschirm zu lesen, sondern ihn auch gleichzeitig zu hören. Beim Lesen geht es mir oft so, dass ich über den Text rüberscanne, um die wichtigsten Punkte herauszugreifen. Ich kann über Texte rüberlesen, ohne auf die Details zu achten. Aber wenn mir jemand den Text gleichzeitig vorliest, dann habe ich die Möglichkeit, auf jedes Wort zu hören.

Noch ein Tipp: Beten.

Mt 18,19 Weiter sage ich euch: Wenn zwei von euch auf Erden übereinkommen über irgend eine Sache, für die sie bitten wollen, so soll sie ihnen zuteil werden von meinem Vater im Himmel. 20 Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.

Noch ein Tipp: Suche die Anbetung

Ps 22,4 „Aber du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels!“

Die Bedeutung von diesem Vers kann man gar nicht unterschätzen. Wenn du die Gegenwart Gottes vermisst, dann geh dahin, wo Gott versprochen hat, dass er dort ist: in der Anbetung.

Ich fasse zusammen

Jesus bezeichnet den Glauben der Sadduzäer als Sauerteig. Sadduzäerglaube ist ansteckend. Er behauptet, dass Gott sich um diese Welt nicht kümmert. In der Bibel steht das Gegenteil: Gott kümmert sich. Wir haben einen starken Gott. Und in der heutigen Welt des Unglaubens sollen wir den Glauben an unseren starken Gott weiterreichen.

Der HERR segne dich und behüte dich! Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig! Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden!

Bildnachweis:
eigene Bilder: Krelingen, Abendrot

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