Der Name des Buchs
Im Deutschen finden sich zwei Bezeichnungen für dieses Buch: 1. Buch Mose und Genesis. In den meisten Sprachen ist nur Genesis üblich. Dies ist auch der lateinische Name des Buchs. Der Ursprung des Namens ist altgriechisch γένεσις/genesis, also Schöpfung, Ursprung, Anfang. Im Hebräischen heißt das Buch (wie auch die anderen 5 Bücher Mose) nach den ersten beiden Wörtern: בְּרֵאשִׁית/B-reshit = „im Anfang“.
Der Inhalt von Genesis
- Genesis beginnt mit der Schöpfung (daher der Name)
- Es folgt Sündenfall
- Ausbreitung der Menschheit vor der Sintflut
- Sintflut
- Turmbau zu Babel und infolgedessen die Ausbreitung der Menschheit über die ganze Erde nach der Sintflut
- die Berufung Abrahams
- die Erzväter Abraham, Isaak, Jakob/Israel
- der Ursprung der 12 Stämme Israels
- der Verkauf von Joseph nach Ägypten in die Sklaverei
- die Ansiedlung der Familie Jakobs in Ägypten
Das Buch der Anfänge
Genesis ist nicht nur das Bibelbuch, das mit der Schöpfung der Welt beginnt. Es enthält in den ersten Kapiteln praktisch alle zentralen Themen der Bibel, die uns auf den folgenden rund 1000 Seiten begegnen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
- der Mensch als Ebenbild Gottes
- Mann und Frau (und nichts dazwischen)
- Ehe
- Sabbat
- Gut und Böse als Gegensatz
- Sünde
- Mord als schwere Sünde
- Festzeiten
- Reine und unreine Tiere
- Opfer
- Glauben
- Musik
- Gericht Gottes
- Baum des Lebens
- Bund zwischen Gottt und den Menschen
- Segen und Fluch
- Regenbogen
- Babylon
- Stellvertretung
- Blut
- Zeichen
- und ganz vor allem: die erste Verheißung des Messias.
Geh gerne mal selbst auf die Suche, ob du all diese Dinge findest.
Gab es die Sintflut wirklich?
Das ist eine spannende Frage. Die moderne Wissenschaft sagt nein. Ich möchte aber die folgenden Punkte zu bedenken geben:
Hebräer 11,7 betrachtet die Sintflut als reales Ereignis:
„Durch Glauben baute Noah, als er eine göttliche Weisung empfangen hatte über die Dinge, die man noch nicht sah, von Gottesfurcht bewegt eine Arche zur Rettung seines Hauses; durch ihn verurteilte er die Welt und wurde ein Erbe der Gerechtigkeit aufgrund des Glaubens.“
2. Petrus 3 betrachtet die Sintflut als reales Ereignis und prophezeit, dass die Menschen zur Zeit des Endes nicht mehr an die Sintflut glauben würden. Bis vor rund 100 Jahren war es Allgemeingut der Kirche, dass es die Sintflut gab. Heute ist es das nicht mehr. Aber wenn die Bibel genau davor warnt, dann sollte uns das zu denken geben.
Auch 1. Petrus 3,20 nimmt die Sintflut für bare Münze.
Und vor allem: Jesus selbst hat an die Sintflut geglaubt: Matthäus 24,37–39 (und gleichlautend Lukas 17,26–27)
37 Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. 38 Denn wie sie in den Tagen vor der Sintflut aßen und tranken, heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging, 39 und nichts merkten, bis die Sintflut kam und sie alle dahinraffte, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein. 40 Dann werden zwei auf dem Feld sein; der eine wird genommen, und der andere wird zurückgelassen. 41 Zwei werden auf der Mühle mahlen; die eine wird genommen, und die andere wird zurückgelassen.
So wie Petrus in seinen Briefen vergleicht auch Jesus die (vergangene) Sintflut mit seiner (noch ausstehenden) Wiederkunft und dem Jüngsten Gericht.
Lies das bitte nach und lass diese Verse mal in Ruhe sacken.
Das Lebensalter vor der Flut
Die Bibel liefert uns in Kapitel 5 eine Liste der Patriarchen von Adam bis Noah samt ihren Lebensdaten: Wie alt wurden sie insgesamt? Und wann wurde das Kind geboren, das die Linie bis zu Noah trägt. Diese Grafik veranschaulicht das:

Auffällig ist die kurze Lebensspanne von Henoch, über den die Bibel sagt, dass er nicht starb, sondern direkt zu Gott entrückt wurde.
Auffällig ist auch, dass Lamech, der Vater von Noah nur wenige Jahre vor der Flut starb. Methuselah, der Großvater von Noah starb im Jahr der Flut. Ich vermute, er starb noch kurz vor der Flut und nicht durch die Flut.
Man sieht: die Lebenszeit von Methuselah überschnitt sich sowohl mit der von Adam als auch mit der von Noah. Zur Vermittelung der Urgeschichte der Bibel von Adam bis Noah brauchte es nur eine Person, die Noah berichtete und nicht etwa eine ganze Reihe von Spielern von „Stille Post“.