Siebenten-Tags-Adventisten

Was glauben die Siebenten-Tags-Adventisten? Was haben sie mit anderen christlichen Kirchen gemeinsam? Was unterscheidet uns? Was zeichnet meine Kirche, die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten aus?

Jesus

Jesus, der gute Hirte, mit seinen SchafenWir sind eine christliche Kirche. Das heißt: wir glauben an Jesus Christus. Wir glauben, dass Er unser Retter, oder wie es in alten Lieder heißt, unser Heiland ist. Er ist aus dem Himmel auf die Erde gekommen, um uns Menschen zu befreien und zu zeigen, wie wir so leben können, dass es Gott, dem Schöpfer dieser Welt gefällt. Diesen Glauben teilen wir mit allen Menschen auf der Welt, die mit Ernst Christen sein wollen, egal welcher Kirche sie angehören.

Freikirche

Wir sind eine Freikirche. Wir halten nichts von Staatskirche, aus gutem Grund. Staatsnähe ist der Kirche nie gut bekommen. Mehr zur Frage nach Freikirche oder Staatskirche.

Taufe

TaufeWir sind eine baptistische Kirche. Wir taufen keine Babys. Wir taufen nur Menschen, die aus eigenem Antrieb die Taufe begehren. Wir unterweisen erst im Glauben und zeigen auf, was es bedeutet, Christ zu sein. Wir taufen nur Menschen, die verstehen, was sie damit tun und die selbst bekennen, dass sie an Jesus Christus glauben. Mehr zur Frage nach Glaubenstaufe oder Babytaufe.

 

Sabbat

road sign: rest areaWas uns von den Baptisten vor allem unterscheidet ist der Sabbat, der wöchentliche Ruhetag, am Samstag. Der Sonntag als Feiertag ist keine Erfindung der Bibel. Er wurde erst lange danach erfunden und es hat viele Jahrhunderte staatlicher Einmischung gebraucht, bis er in Europa Allgemeingut wurde.

Die Bibel kennt einen anderen Ruhetag, den Sabbat. Und der steht sogar in den 10 Geboten. Grund genug für uns als Kirche, dass wir uns am Samstag zum Gottesdienst treffen. Mehr zur Frage nach Sabbat oder Sonntag.

Bibel

Bibel_Lupe_150pxWir sind eine bibellesende Kirche. Die Bibel zu lesen, nein sie zu studieren, hat für uns als Kirche einen hohen Wert. So hoch, dass wie die Hälfte unseres wöchentlichen Gottesdienstes für ein gemeinsames Bibelstudium reserviert haben. Die erste Stunde unseres sabbatlichen Gottesdienstes ist “Sabbatschule”. Diese Bezeichnung wurde bewusst gewählt. In Deutschland sträuben sich manche Adventisten gegen diese Bezeichnung und haben sie gegen “Bibelgespräch” ersetzt. Ich finde das zu mager. Für mich (und ich betone: für mich) klingt das nach “wir halten einen Klönschnack über die Bibel”, nach dem Motto “gut, dass wir mal darüber gesprochen haben”. Darum geht es aber nicht, sondern es geht darum, dass wir gemeinsam von Gott und aus seinem Wort lernen und darum dass wir uns das gegenseitig beibringen.Und deshalb halte ich die Bezeichnung “Sabbatschule” nach wie vor für angemessen. Und es ist auch international in unserer Kirche die übliche und offizielle Bezeichnung.

Erkenntnis ist Stückwerk

Paulus schreibt in 1. Kor 13,9: “unser Wissen ist Stückwerk”. Als Christen wissen wir um die Begrenztheit unserer Erkenntnis. Nur Jesus ist vollkommen. Ich finde es ausgesprochen wohltuend, dass dies auch in der Formulierung unserer 28 Glaubensartikel zum Ausdruck kommt. In der Präambel, bevor wir uns inhaltlich überhaupt zu Wort melden, heißt es;

Siebenten-Tags-Adventisten anerkennen allein die Bibel als Richtschnur ihres Glaubens und betrachten die folgenden Glaubensüberzeugungen als grundlegende Lehren der Heiligen Schrift.

Diese Glaubensaussagen stellen dar, wie die Gemeinde die biblische Lehre versteht und bezeugt. Eine Neufassung ist anlässlich einer Vollversammlung der Generalkonferenz (Weltsynode) dann zu erwarten, wenn die Gemeinde durch den Heiligen Geist zu einem tieferen Verständnis der biblischen Wahrheit gelangt oder bessere Formulierungen findet, um die Lehren des heiligen Gotteswortes auszudrücken.

weltweite Kirche

whole_earth_150pxWir sind eine weltweite Kirche. Aus bescheidenen Anfängen in den USA vor rund 160 Jahren ist eine weltumspannende Gemeinschaft von rund 18 Mio. Mitgliedern geworden. Die Mehrzahl dieser Mitglieder kommt nicht aus dem Westen (USA und Europa) sondern aus der so genannten “dritten Welt”. Und da die maßgeblichen Entscheidungen für unsere Gesamtkirche demokratisch auf einer regelmäßig stattfindenden “Generalkonferenz” getroffen werden, haben wir Westler in dieser Kirche nicht die Mehrheit. Und so etwas ist auf dieser Welt selten, dass der Westen mal nicht den Ton angeben kann. Ich finde das gut. Das ist ein wichtiges Korrektiv. Geistliche Einsichten gibt es auch ohne materiellen Reichtum. Reichtum kann manchmal geradezu ein Hindernis sein, oder ein Anreiz, sich dem Zeitgeist anzupassen. Manchmal gibt es gerade in den ärmeren Ländern mehr Glauben und einen klareren Blick auf das, was Gott von uns will. Und die Mehrheitsverhälnisse in unserer Kirche zwingen uns im Westen dazu, auf diese Stimmen unserer Brüder aus dem Rest der Welt zu hören.