Der Acker des Faulen

Sprüche 24,30-34:

(30) Ich ging am Acker des Faulen vorüber und am Weinberg des Narren; (31) und siehe, da waren lauter Nesseln darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen. (32) Da ich das sah, nahm ich’s zu Herzen und schaute und lernte daran. (33) Du willst ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig deine Hände zusammentun, daß du ruhst: (34) aber es wird dir deine Armut kommen wie ein Landstreicher und dein Mangel wie ein gewappneter Mann.

Was ist da passiert? Da hat sich jemand nicht um seinen Weinberg gekümmert, um um seine landwirtschaftliche Nutzfläche. Um das Stück Land, von dem er leben könnte, wenn er sich darum nur kümmern würde.

Dieser Acker war Gottes Plan für diesen Bauern. Dieser Acker war Gottes Plan und Gottes Schutz gegen die Armut. Wenn er sich nur darum kümmern würde.

Aber dann wächst Unkraut, erst ein wenig, dann etwas mehr, schließlich ist die Mauer voll davon. Das Unkraut schlägt Wurzeln und es zerstört die Mauer. Der Weinberg selbst ist von Unkraut überwuchert.

Mir ist die Wahrheit dieses Verses an zwei Häusern besonders deutlich geworden.

Eine Hausruine im Umland von Berlin

Dieses Bild ist aus Gohlitz, 20 km westlich von Berlin. Zu Ostern 2017 bin ich durch diesen Ort durchgefahren, auf dem Weg zu einer christlichen Osterfreizeit.

Es handelt sich wohl um einen ehemaligen Schuppen. Die Außenwände im Erdgeschoss stehen noch. Noch. Im ersten Stock ist schon viel heruntergebrochen, insbesondere hinten. Und das Wohnhaus nebenan sieht auch nicht mehr so gut aus.

Ich frage mich, wie kommt so was? Und hätte Jesus dazu etwas zu sagen? Was mag das für eine Familie sein, der dieses Anwesen gehört? Was raubt da die Kraft? Was stiehlt, was zerstört da?

Irgendwann war dieses Gebäude einmal wichtig, jemand hat dafür bezahlt und hat es bauen lassen. Später ist es verfallen. Hätte man da noch etwas retten können? Hätte man das Unkraut rechtzeitig beseitigen können? Jetzt ist es aber zu spät. Niemand wird dieses Haus je wieder aufbauen.

Und was mir auch noch auffällt: die Eigentümer haben so wenig Interesse an diesem Hausrest, dass sie ihn noch nicht einmal abreißen. Wenn du da lang gehst, fällt dir womöglich noch ein Ziegelstein auf den Kopf. Und dann heißt es wieder: wie konnte Gott das nur zulassen.

Nein. Zugelassen hätte das jemand ganz anderes. Zugelassen hätte das dann der Eigentümer. Derjenige, der sich eigentlich um dieses Haus hätte kümmern müssen.

Eine Hausruine im Werden

Dieses Bild zeit ein Wohnhaus. Im Dach fehlen ein paar Ziegel, es regnet da auch rein. Aber – so betont das Ehepaar, das dort wohnt – es trocknet auch immer wieder. Das ganze Haus ist verschimmelt, aber das Paar selbst riecht den Schimmel schon lange nicht mehr.

Die Außenwand hat Risse. Sie ist nass. So nass, dass oben IN DER MAUER ein Farn wächst. Wer einen eigenen Garten hat, der kennt vielleicht Farn. Der braucht es nass. Ein Elend. Das Haus, könnte ein Erbstück für die Kinder dieses Ehepaars sein. Sie könnten darin wohnen. Das Haus ist bezahlt. Aber es ist nichts mehr wert.

Was bedeutet Sprüche 24,30ff für das Josua-Prinzip?

Was bedeutet das? Gott interessiert sich für so ein Haus. Gott will nicht, dass ein Haus so endet. Und noch mehr interessiert er sich für die Menschen in so einem Haus

Er sagt auch, wie er sich das vorstellt. Er sagt, kümmere dich darum. Kümmere dich um das Unkraut. Rechtzeitig. Beseitige das Unkraut.

Halte dein Haus in Ordnung: Unkraut ziehen, putzen, lüften, Fugen rechtzeitig reparieren, das sind geistliche Tätigkeiten.

Geistliche Tätigkeiten? Ja. Das sage ich ganz bewusst. Denn Gott hat in Sprüche 24 gesagt, was mit der Mauer eines Weinbergs passieren soll – und was nicht. Gott will nicht, dass der Weingärtner faul ist. Gott will, dass er die Mauer in Ordnung hält. Gott will, dass er arbeitet. Denn dann kann der Weinberg seinen Ertrag bringen und dann kann der Weingärtner davon leben.

Und wenn man das tut, was Gott will, dann ist das eine geistliche Sache.