keine Schulden machen

Leben auf Pump, das ist heute modern. Immer wieder wird man eingeladen: kaufen Sie jetzt, bezahlen Sie später. Oft auch ohne Zinsen.

Das ist verführerisch.

Und es ist gefährlich. Es täuscht über Deinen tatsächlichen Kontostand hinweg. Du schaust auf deinen Kontoauszug, oder auf deine Konto-App und es ist immer noch Geld da. Und du gibst es weiter aus. Und irgendwann holen dich all diese Ausgaben wieder ein, denn irgendwann sind all die Bezahlungen fällig, die du vor dir hergeschoben hast.

Schulden in der Bibel

Die Antwort der Bibel darauf ist so einfach – wenn man denn bereit ist, sie zu hören (Römer 13,7+8):

So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt.
Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt.

Die brüderliche Liebe, die ist immer fällig. Jeden Tag neu. Aber was Geld angeht heißt es: seid niemandem etwas schuldig:

  • Nicht dem Finanzamt,
  • nicht dem Zollbüro (damals mit mehr Zollgrenzen häufiger als heute)
  • und ü-ber-haupt niemandem.

Das heißt: egal, was die Zahlungsfrist ist, die auf der Rechnung draufsteht, auch wenn die Rechnung erst in einem Monat fällig ist: du kümmerst Dich umgehend darum, bevor die Rechnung im Posteingangskorb in den Grabbel kommt und du dir noch eine Mahnung ziehst.

Eine Rechnung wird immer heute bezahlt. Außer am Sabbat. Dann wird sie direkt nach dem Sabbat bezahlt. Dafür gibt es Onlinebanking, bei jeder Bank. Wenn nicht, dann suche Dir eine andere.

Segen und Fluch beim Leihen von Geld

In dem großen und wichtigen Abschnitt aus 5. Mose 28 über Segen und Fluch heißt es:

(5. Mose 28,1) Und es wird geschehen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, genau gehorchst, daß du darauf achtest, all seine Gebote zu tun, die ich dir heute befehle, dann wird der HERR, dein Gott, dich als höchste über alle Nationen der Erde stellen. (2) Und alle diese Segnungen werden über dich kommen und werden dich erreichen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchst.

(12) Und du wirst vielen Nationen ausleihen, du selbst aber wirst [dir] nichts leihen.

Andernfalls gilt

(28,15)  Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, nicht gehorchst, [so] daß du [nicht] darauf achtest, all seine Gebote und seine Ordnungen zu tun, die ich dir heute gebiete, dann werden all diese Flüche über dich kommen und dich erreichen.

Er wird dir leihen, du aber wirst ihm nicht leihen [können];

Das heißt: wenn du in der Situation bist, dass du dir Geld leihen musst, dann ist schon längst etwas schief gelaufen und du solltest dich fragen, wie es dazu kommen konnte. Und du solltest zusehen, dass du so schnell wie möglich aus dieser Lage herauskommst.

Was heißt das praktisch?

  • Wenn das Konto zu knapp ist, dann fragst du dich als erstes, ob du dich um den Zehnten gekümmert hast.
  • Wenn du dir etwas kaufen willst, wofür du kein Geld hast, dann lässt du es.
  • Du sparst für größere Anschaffungen rechtzeitig an, damit du dann, wenn die Waschmaschine kaputt ist, die neue bezahlen kannst, ohne dir dafür etwas leihen zu müssen.
  • Und damit du das kannst, fragst du dich, wenn du Geld ausgibst, ob die Ausgabe sinnvoll ist. Wenn sie es nicht ist, dann lässt du es.
  • Es gibt eigentlich nur zwei Anschaffungen, bei denen man tatsächlich über einen Kredit nachdenken kann. Das ist beim Auto und beim Haus. Auch für das Auto könntest du ansparen. Rechtzeitig ansparen. Und wenn du ein Auto brauchst und das Geld nicht reicht, dann sieh zu, dass du zumindest einen großen Teil des Autos direkt bezahlen kannst. Und das so, dass das Auto – mit seinem Wertverlust – immer noch mehr wert ist als der restliche Kredit.

Sonderfall Haus

Das gilt auch für das Haus: Häuser kann man nur selten bar bezahlen. Dafür sind sie zu teuer. Stelle aber zumindest sicher, dass du

  • einen großen Anteil Eigenkapital hast
  • dass die Zinsbindung lang genug ist und das mit niedrigen Zinsen. Derzeit sind die Zinsen niedrig, aber das wird nicht immer so sein. Vereinbare mit der Bank daher eine langfristige Zinsbindung, d.h. dass z.B. der Zinssatz für Deinen Kredit auf 10 Jahre fest ist. Das ist wichtig. Ansonsten treffen Dich steigende Zinsen sofort.

Fange mit einer kleineren Wohnung an und bezahle sie ab. Wenn die wirtschaftliche Lage dann schwierig ist, dann bleibst du in der kleineren Wohnung. Auch wenn es eng ist. Sieh zu, dass du die Wohnung innerhalb der Zinsbindungszeit KOMPLETT abbezahlen kannst, denn du weißt nicht, welche Zinssätze danach bezahlt werden. Das können 0% sein, es können aber auch 15% sein. Könntest du dein Haus auch dann noch halten, wenn du nach 10 Jahren auf die Restschuld 15% pro Jahr Zinsen bezahlen müsstest? Wahrscheinlich nicht. Denn wenn du das könntest, dann hättest du das Haus ja innerhalb von 10 Jahren schon abbezahlt, solange die Zinsbindung noch läuft.

Achte auch besonders auf die Möglichkeit, jedes Jahr Sondertilgungen leisten zu können. Wenn dann Geld da ist, zahlst du mehr ab als du müsstest. Du siehst einfach zu, das Geld möglichst schnell zurückzuzahlen.

Das Ziel ist: auch dann, wenn die Immobilienblase mal platzt, soll der Verkaufswert deines Hauses immer noch so hoch sein, dass du den restlichen Kredit (und ggf. die Vorfälligkeitsentschädigung!) aus dem Verkaufserlös bezahlen kannst.

Dann hast du zwar Schulden, aber einen Gegenwert dafür, so dass du zumindest in  der Gesamtbilanz schuldenfrei bist und bleibst. Und wie gesagt: nur beim Haus und vielleicht beim Auto.

Ansonsten gilt:

Seid niemandem etwas schuldig. Ü-ber-haupt niemandem.